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No Monologue: Digital Natives

No Monologue: Digital Natives

Ich sitze in der Bahn und tippe auf meinem Handy herum. Plötzlich merke ich, dass ich an meiner Haltestelle angekommen bin. Nur leider ist es zu spät. Ich steige an der nächsten Haltestelle aus und laufe zurück. Wäre ich nicht so vertieft in ein Gespräch gewesen und hätte ich meine Ohren nicht mit Kopfhörern zugestöpselt gehabt, wäre mir das nicht passiert.

Medien sind ein großer Bestandteil unseres heutigen Zeitalters. Vergeht eigentlich ein Tag, an dem ihr nicht einmal auf euer Handy schaut, ihr nicht am PC etwas tippt oder nicht Musik hört? Solche Tage kenne ich schon lange nicht mehr und manchmal frage ich mich, ob das überhaupt gut ist.

Ich bin ein Digital Native. Und die meisten von euch wahrscheinlich auch. Wir sind mit PC, Handy, Tablet und Co. aufgewachsen und kennen keine Welt ohne diese Dinge. Ich weiß noch, wie ich als kleines Kind samstags eine Stunde an den PC durfte. Ich habe mich unheimlich gefreut! Nach einer gefühlten halben Stunde Einwählen saß ich mit einer ungemein schlechten Internetverbindung da und grinste wie ein Honigkuchenpferd. Wenn heute auch nur für eine Stunde das Internet bei mir zuhause nicht geht, werde ich fast verrückt.

Man will up to date sein, verabredet sich nur noch über WhatsApp und selbst für das Studium und die Arbeit ist das Internet essentiell. Seit klein auf haben wir gelernt, wie wir mit einem Smartphone umgehen müssen, und hin und wieder bin ich geschockt, wenn ich meine 9-jährige Schwester auf dem Handy meiner Mutter spielen sehe. Wie einfach sie es entsperrt und ihre liebsten Spiele aufruft, ist mir unbegreiflich. Als hätte man ihr ein Smartphone in die Hand gedrückt, noch ehe sie gelernt hat mit Messer und Gabel zu essen.

Genau darin sehe ich ein Problem: Wie oft laufen euch Kinder über den Weg, die Smartphone Tablet, PC und den Fernseher einwandfrei bedienen können, aber im sozialen Kontakt,  der richtigen Artikulation oder in der Schule versagen? Viel zu häufig kann ich nur sagen. Wenn ein kleines Kind ein eigenes Tablet hat, um es als Spielzeug zu verwenden, möchte ich die Eltern ausschimpfen. Wie kann ein technisches Gerät echte Spielzeuge ersetzen? Oder menschliche Interaktionen?

Dabei müsste ich mir wohl an meine eigene Nase packen. Schließlich ist mein iPhone so etwas wie mein Heiliger Gral und kann zeitweise sogar als Verlängerung meines Körpers angesehen werden. Missen möchte ich die Möglichkeiten, die uns das Internet und Co. auf keinen Fall. Aber aufgrund der Selbstverständlichkeit, mit der wir heutzutage mit diesen Geräten umgehen, muss ich mich hin und wieder daran erinnern, dass die Offline-Welt das echte Leben darstellt und die Online-Welt diese eben nur ergänzen kann. Aber nicht ersetzen.


nomonologueDieser Beitrag ist Teil der Blogparade „No Monologue“. Bei „No Monologue“ schreiben wir monatlich über ein Thema, dass viel Fläche für Diskussionen bietet und zu welcher jeder seine eigene Meinung schreiben kann. In den nächsten Tagen findet ihr auf folgenden Blogs einen Beitrag zu dem Thema „Digital Natives“. Wir stellen uns der Frage, inwieweit wir im Netz leben und wie uns dies geprägt hat. Ich freue mich schon die Beiträge der anderen Mädels zu lesen und hoffe, dass euch die Blogparade gefällt!

23.4. Märzmädchen
24.4. Carotellstheworld
25.4. maxie-renée
26.4. LexasLeben
27.4. Innocent Glow
28.4. Christina macht was
29.4. CherryPuke’s Blog
30.4. Changiereffekt


Vita schreibt über ihre Erfahrungen und Erlebnisse als junge Frau. Sie erzählt seit 2012 von ihren Lieblingsmomenten, Wünschen und Rückschlägen. Der Blog "Vita Corio" ist ein persönlicher Lifestyle Blog, welcher Vita über all die Jahre hinweg begleitet.

  1. Alexandra

    22 April

    „Dabei müsse ich mir eigentlich an die eigene Nase packen.“ DAS Gefühl kenne ich leider nur zu gut. Traurigerweise fällt es mir manchmal garnicht auf, wie oft ich aus Handy schaue. Peinlich. >.<

  2. Bei Kindern finde ich es auch sehr schlimm, nichtmal in der 3. Klasse aber das neuste Smartphone. Da wünsche ich mir noch meine Kindheit ohne den ganzen kram und es hat super funktioniert.
    Ich nutze meine Smartphone auch ständig, ich kann aber auch gut mal ohne. Vergesse es auch gerne mal, nur da ist mir das Musik hören wichtig.

  3. Judith

    22 April

    Ich stimme dir so zu: Ergänzung ist das richtige Stichwort!
    Ich kenne Grundschulkinder, die haben das neueste iPhone! Das ist so schlimm.
    Leider kann man nicht so viel machen..

  4. Achja, die Haltestelle zu verpassen, weil man zu sehr mit seinem Handy beschäftigt ist. Das kenne ich nur zu gut. Wahrscheinlich viel zu gut. Eigentlich ist das wirklich traurig.

    Liebste Grüße ♥ MS
    Sparkle & Sand

  5. Marie

    23 April

    Naja, ich glaube, wir Blogger sind da sogar noch etwas extremer als die Nicht-Blogger.
    Bei uns findet das Leben ja wirklich im Netz statt, einfach weil wir Bloggen…

  6. Diana

    23 April

    Oh ja, ich sehe auch oft kleine Kinder, die noch ihren Grundschulranzen tragen und auf dem Fußweg nach Hause in ihr Smartphone vertieft sind.
    Grundsätzlich finde ich frühen Umgang mit Medien gar nicht mal schlimm, solange er nur in gewissem Rahmen überwacht oder angeleitet wird. Die Möglichkeiten ändern sich wirklich unglaublich schnell.

  7. Lexa

    23 April

    Hmmm, das würde mir nie passieren. Also die Haltestelle verpassen wegen dem Handy. Wenn ich unterwegs bin ( auch alleine) habe ich das Handy eigentlich nie in der Hand. So unterschiedlich nutzt man die Technik 😉

    Schöner Anfang übrigens, ich bin gespannt, was die anderen so schreiben.

  8. Sabrina

    23 April

    Ich finde es ganz schlimm, wenn ich 3 jährige sehe, die schon mit einem Handy spielen. Hallo? Das kann doch nicht sein oder? Sowas sollt echt nicht sein.

  9. Mir fällt es auch auf, wie ich oft ich auf mein Handy sehe, bei Insta abends im Bett surfe. & Dabei verfüge ich hier auf Sylt nicht mal über WLAN. <> dass gibt es schon lange nicht mehr bei mir. LEIDER! – & doch versuche zum Beispiel am Wochenende, wenn mein Partner da ist und ich mit ihm spazieren gehe, einkaufen und was wir sonst noch so treiben, dass handy zuhause liegen zu lassen. Im Zweifel schaue ich eh nur rauf, weil er sich melden könnte, bei allen anderen kann ich mich ja auch später rückmelden.
    Meist war mein 3G schon nach wenigen Tagen aufgebraucht, Instagram und Facebook sei Dank. Ich versuche immer mehr loszulassen vom Handy. Nur tatsächlich wenn ich ganz allein in meinem Kämmerchen sitze, ist wohl die Langeweile zu groß. Gestern beispielsweise als ich meine wöchentliche Dosis TVD (Vampires Diary) mir reinzog, habe ich meinen Laptop/Surfstick zu geklappt, mein Handy lag am Ladekabel und als Ole anrief bin ich garnicht rangegangen, kann ja um 21.15 Uhr zurückrufen.
    Danke für deinen Artikel/Post. Dir ein grandioses Wochenende, Kaja

  10. Bei mir hat die Technik noch nicht ganz Einzug gehalten.

    Mein Kalender ist noch analog 😀
    Es gibt einfach derzeitig noch keine App oder so, die all das hat was mein Filofax hat (haben kann).

    Ob die Entwicklung mit den Kindern und der Technik gut ist. Ich weiß nicht. Ich stell mir das dann immer so vor, wie bei Wall-E, dass wir Menschen irgendwann nur noch in so schwebenden Stühlen von A zu B kommen und so…

  11. Meine Kindheit war ohne Smartphone und PC. Meinen ersten Computer habe ich erst mit 18 bekommen (ich bin auch schon ein bisser älter ;)) und ich muss sagen, dass ich die digitale Welt für meine Kindheit nicht vermisst habe. Meine kleine Nichte, 6 Jahre alt, hat schon ein Lern Pad bekommen und kann super damit umgehen. Ihre Eltern schauen zum Glück drauf, dass sie mit anderen Kindern zum spielen kommt und nicht in der digitalen Welt verloren geht.

  12. Da muss ich wieder an das Töpfchen mit iPad-Halterung denken. Ja, das gibt es wirklich! So wachsen die Kinder heute auf. 😉

  13. […] mit dem Thema "DIGITAL NATIVES" online gegangen. Den Startschuss hat Vita von vitaaas.net mit diesem Beitrag gegeben. Die weiteren teilnehmenden Blogs findet ihr ebenfalls im Beitrag von […]

  14. Kasia

    26 April

    Da hast du so recht! Ich werde auch total unruhig, wenn ich tatsächlich einmal einen Tag ohne Handy auskommen müsste… Bei persönlichen Treffen lasse ich es immer in der Tasche, denn wenn man es auf dem Tisch liegen hat schaut man ja automatisch extrem oft darauf…
    richtig schlimm finde ich auch, wenn bereits Grundschulkinder über ein Smartphone besitzen oder diverse Spielekonsolen. Aber eine Haltestelle habe ich tatsächlich noch nie verpasst haha. Ich höre zwar Musik im Bus, aber ich schaue immer (verträumt) aus dem Fenster und schaue mir an, wie die Welt an einem vorbei zieht. total entspannend 🙂

  15. […] mit dem Schlagwort “Digital Natives”. Weitere Beiträge zu diesem Thema gibt es bei: Vita, Alexandra, Caro, Maxie-Renée, Lexa, Christina, Amy und […]

  16. […] April – Vita 23. April – Märzmädchen 24. April – Carotellstheworld 25. April – Maxie Renée […]

  17. Ich bin ja kein Digital Native, sondern ein Digital Immigrant. Ja, so alt bin ich.
    Aber ich kann nicht ohne online und smartphone. Allerdings habe ich mir vorgenommen den Sonntag grundsätzlich nicht bei Instagram oder auf Blogs zu surfen. Und in der Bahn bemühe ich mich auch das Handy in der Tasche zu lassen, mir mässigen Erfolg. Aber ich möchte mehr offen für andere menschen sein…zum flirten, zum ansprechen, zum gucken und die Umgebung aufsaugen…

    So far, so good.
    Yvonne

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