Bin ich ein schlechter Blogger?

Bin ich ein schlechter Blogger?

Wie viel Blogger muss ich sein, damit ich ein guter Blogger bin? Bin ich ein schlechter Blogger, weil ich nicht für meinen Blog lebe? Weil Social Media für mich nicht alles ist? Weil es nicht mein Ziel ist später Vollzeitblogger zu werden?

Sollte ich mehr an meinen Blog denken? Mehr connecten und mir Freunde suchen, die mich bei Instagram hochziehen? Menschen, die kein Interesse an echten Freundschaften haben, sondern nur nach mehr Erfolg aus sind? Sollte ich nicht immer gegen eine Wand laufen und mich von anderen distanzieren wollen?

schlechter Blogger

Ich habe gerne eine andere Meinung

Schon immer wollte ich anders sein und nicht mit dem Strom schwimmen. Ich habe gerne eine andere Meinung und werde nicht müde, hinter ihr zu stehen. Wenn mich jemand überzeugen möchte, braucht er gute Argumente, besser sogar sehr gute.Wenn ich andere Blogs lese, bin ich größtenteils gelangweilt und manchmal kann ich nur den Kopf schütteln. Aber was macht mich besser? Blicke ich auf meine Beiträge zurück, ist nicht jeder ein Goldstück.

Bin ich ein schlechter Blogger, weil ich manchmal gar keine Lust darauf habe, einen Beitrag zu schreiben? Weil ich aus dem Urlaub zurückkomme und ich mich selber frage, wieso ich das Ganze hier überhaupt mache? Und für wen?

schlechter-blogger

Muss ich 24/7 Blogger sein?

Muss ich 24/7 ein Blogger sein oder kann ich mein Blogger-Ich auch ohne schlechtes Gewissen einmal abschalten? Ich weiß, dass ich meinen Blog gerne einmal vergesse und ruhen lasse. Das echte Leben genieße. Und anschließend ärgere ich mich, dass ich keine Bilder oder Videos für Snapchat gemacht habe.

Mache ich dann doch Fotos und Videos, habe ich ein schlechtes Gewissen, dass ich den Moment nicht genieße. Dass ich nur für Social Media lebe und nur zeigen will, wie toll die Situation war, obwohl ich den Moment in Wirklichkeit gar nicht leben kann.

Ich weiß, dass weniger mehr ist und man nicht jede Sekunde seines Lebens dokumentieren muss. Aber trotzdem bleibt da der Gedanke, dass ich mehr in meinen Blog stecken könnte. Dass ich öfter posten, mehr Bilder und Videos machen und mehr connecten könnte. Aber ich lasse es gerne auch mal sein.

Denn dann stelle ich mir die Fragen: Will ich überhaupt ein „guter“ Blogger sein? Will ich dauerpräsent sein? Und will ich immer mit dem Strom schwimmen?

Würde mich das tatsächlich weiterbringen? Ich glaube nicht.

 


  1. Habe Dir schon auf Facebook geschrieben und danach gedacht, dass ich es eigentlich lieber als Kommentar hier geschrieben hätte. Jetzt also doppelt:

    Toll geschrieben. Aber was ist ein guter/schlechter Blogger überhaupt? Ist ein Blog nicht schon gut, wenn er einem anderen Menschen bei etwas hilft? Ist der Blogger von einem guten Blog ein guter Blogger? Eine wirklich gute Frage! Bin gespannt, was es noch für Antworten gibt.

    Lieben Gruß | Barbara

  2. Dunja

    4 Oktober

    Hey Vita,

    kann deine Gedanken gut verstehen .. ich hab ja erst vor kurzem angefangen zu Bloggen und frage mich mehr und mehr, ob es nicht einfach zu viel ist, vor Allem in Zeiten in denen man sein echtes Leben mehr genießen sollte.. Vielleicht gibt es einfach verschiedene Phasen: gute Blog Phasen und gute Lebens Phasen und manchmal welche, in denen sich die eigene Welt um ganz andere Dinge dreht …

    Liebe Grüße, Dunja

  3. Jana

    5 Oktober

    Aus den großen Blogs der vermeintlich guten Blogger sind doch längst Online-Magazine geworden. Und ich finde es so schade, dass viele Blogs denken, die müssten da nachziehen und jeder sich professionalisieren will.
    Ich glaube, ein Blog ist dann ein guter, wenn er versucht Mehrwert zu schaffen. Wenn mir die Beiträge gefallen, nehme ich gerne in Kauf, dass sie unregelmäßig erscheinen. Und den meisten Bloggern folge ich auch nicht auf Social Media Plattformen, weil ich nicht auf jedem Kanal ein Update von den brauche. Die Zeit ist vorbei.

    Lieben Gruß,
    Jana

  4. Die Frage die ich mir bei diesen Worten stelle ist; wer fordert eine 24/7 Bloggerin?
    Es bringt dich „vielleicht“ weiter. Sofern dein Ziel in der Selbstständigkeit des Bloggertums liegt. Ansonsten sähe ich es, als ein Hobby. Eine Art von Freizeitbeschäftigung. Nicht mehr und nicht weniger. Und eine Freizeitbeschäftigung folgt keinen Regeln sondern nur der eigenen Lust und Laune. Schließlich ist sie frei.

  5. Pana

    5 Oktober

    Hey Vita,
    danke für deine offenen Gedanken!
    Ich persönlich hatte damals meinen Blog gestartet, weil ich auf meine Surf-Weltreise los bin… was erleben wollte und vor allem jeden Tag surfen wollte! Deshalb war für mich die Priorität immer ganz klar: Surfen= Nr.1! Alles andere wird drumrum geplant! Danach kam erst bloggen! Was darunter evtl. gelitten hat, war das gemütliche Bier Abends im Hostel oder auch etwas Schlaf manches Mal. Aber da ist dann eben der Kompromiss – irgendwoher muss die Zeit kommen.
    Ich plädiere also auf jeden Fall stark für: ERLEBEN comes first! Denn darum geht es ja! Du musst erleben, um darüber zu berichten. Andersrum macht das keinen Sinn für mich!
    Liebe Grüße, Pana

  6. Stella

    5 Oktober

    Liebe Vita,
    die Blogosphäre ist deshalb so bunt, weil jeder bloggt wie es ihm gefällt – und das ist gut so! Ich blogge nur so zum Spass und hatte bereits zwei längere Pausen, was meine Follower offenbar nicht gestört zu haben scheint. Mach also genau so weiter wie Du es machen möchtest.

    Alles Liebe!
    Stella
    http://www.mindfulstella.com

  7. Carolin

    5 Oktober

    Guter Beitrag! Tatsächlich habe ich manchmal die gleichen Gedanken. Bin ich ein schlechter Blogger, nur weil ich auf keine Events gehe und nicht ständig Networking betreibe? Oder weil ich manchmal null Lust habe, Posts zu schreiben und Kommentare zu beantworten? Es ist nicht so einfach, die richtige Balance zu finden. Gerade heutzutage, wo jeder den anderen übertrumpfen möchte.

  8. Mario

    5 Oktober

    Das „echte Leben“ geht immer vor. Genieße deine Augenblicke und wenn du diese später teilen möchtest (ich finde auch das man nicht jeden Moment Teilen sollte) dann verarbeite dies nochmals in einem Bild, einer Statusmeldung oder einen Blogbeitrag. So lebst du das Besondere nochmals durch ☺
    Danke für deine Gedanken! Ich kann dir gut nachfühlen…

    Viele Grüße
    Mario
    http://www.koffergepackt.com

  9. Ines

    5 Oktober

    Hey 🙂 interessante Gedanken hast du da. Ich denke es kommt darauf an, was man mit dem Blog erreichen möchte. Für mich ist das nur ein Hobby, das ich eben neben Uni, Arbeit und all meinen anderen Interessen verfolge. Wenn ich eine Idee für einen Post habe schreib ichs mir auf, und wenn ich dann noch Lust habe das ganze in Worte und Bilder zu verfassen, dann mache ich das. Wenn nicht, lass ich es aber auch sein 😀 Ein Hobby sollte immer Spaß machen und einem nicht zur Last werden!
    Ein ‚guter‘ Blogger muss für mich auch nicht täglich einen neuen Artikel schreiben und unentwegt online präsent sein. Außergewöhnliche Posts sind mir -als Leser- wichtiger!
    Liebe Grüße
    Ines

  10. Tara

    5 Oktober

    Toller Beitrag, meine Liebe 🙂

  11. Flo

    5 Oktober

    Du lebst lieber den Moment – und dann fragst du dich ob du ein guter Blogger bist? Lebst du dann den Moment eigentlich?

    Was mir auffällt, und ich denke da stimme ich dir dann auch zu, ist, dass die Blogwelt eine schwere Form von Narzismus lebt, die jeden irgendwie betrifft.
    Ich stecke viel Arbeit in meinen Blog und viele Artikel mit Fotos brauchen einige Zeit bis sie entstehen – Vom GEdanken bis zum letzten Wort. Dennoch ist mein Blog nicht so gut besucht wie ich es mir gern wünsche. Warum? Weil ich oft das Gefühl habe, nur die Leute anzusprechen, die selbst bloggen. Meine Fans sollen also andere Blogger werden. Irgendwie absurd, denn: Die wollen das gar nicht. Alle wollen nur ihren eigenne Blog promoten und rausbringen. Auf Kosten aller anderen.

    Denn würden wir einfach mal hier und da nett kommentieren, gemeinsam helfen, unterstützen und pushen…wir hätten alle was davon.

    Also ja, du bist ein schlechter Blogger, wenn du nur für dich alleine bloggst. So sehe ich das. Wie viel du bloggst, das hingegen hat in meinen Augen damit nichts zu tun.

  12. Romy

    6 Oktober

    Liebe Vita,

    mir geht es oft genauso wie Dir. Oft mag ich einfach mal das Blog Blog sein lassen und nicht alles in meinem Leben dokumentieren. Willkommen im Club.
    Virtueller Hug.

  13. Tabea

    6 Oktober

    Manchmal geht es mir tierisch auf die Nerven, dass alle Blogger sich immer weiter selbst optimieren „müssen“, damit sie gute Blogger sind. Genau wie du bin ich nämlich gern anders. Ich will eine Meinung haben, und ich will die vertreten. Ich will diskutieren und ich will Spaß am Bloggen haben – aber ich muss niemanden beeindrucken und bin daher gerne ein „schlechter“ Blogger.

    Für mich bist du übrigens eine der besten Bloggerinnen überhaupt, weil du eben du selbst bist und kein Mensch, der nur auf Erfolg aus ist! 🙂

    Dein Problem, entweder den Moment zu genießen oder was für den Blog zu haben, kenne ich auch ein wenig. Inzwischen halte ich es so, dass ich nur ganz kurz ein paar (schlechte) Fotos schieße, dann genieße und anschließend mit einem Text die tollen Erlebnisse festhalte. Das funktioniert für mich super – aber eben nur, weil ich gern Abstriche bei den Bilder mache, um mehr Spaß während der Unternehmung / mit meinen Freunden zu haben.

    Liebe Grüße

    • Vita

      8 Oktober

      Oh vielen Dank,Tabea! Ich schätze deine Kommentare immer sehr, weil sie so ehrlich sind 🙂
      Und deine Variante benutze ich meistens auch: Kurz ein paar Bilder machen und später schauen, ob was geworden ist. Sonst würde ich wohl nur vor meinem Handy sitzen :/

      Liebe Grüße,
      Vita

  14. Cil

    7 Oktober

    Tagchen,
    ich spiele nun schon seit längeren mit dem Gedanken ebenfalls zu Bloggen und hab mich deswegen mal durch so einige Tutorials gewältz.
    In den meisten Fallen ging es darum wie man alles für seine Leser und die Suchmaschinen optimiert und wie man vorallem mehr Besucher, Follower etc. bekommt. Kommentare werden nicht geschrieben um unter einem Post ein Feedback zu hinterlassen, sondern Aufmerksamkeit für seinen Blog zu erregen. Leute werden nicht kontaktiert um mit ihnen zu reden, sondern um sie als Partner zu gewinnnen. Soziale Netzwerke werden nicht benutz um sich mir anderen auszutauschen, sondern um noch mehr Leser, Views und so weiter anzuziehen – so kommt es zumindest rüber.

    Möchte ich da überhaupt noch Blogger werden? Bin ich bereit mich selbst und das was mich ausmacht über Bord zu schmeißen, nur damit ich in den Augen anderer „vernüpftig“ blogge?

    Ich denke ich werde mal wieder mein eigenes Ding durchziehen und auf teufel komm raus das tuen was andere eben nicht tun. Ich schwimme schon mein ganzes Leben gegen den Strom und das ist auch gut so. Man sollte erst das Leben seblst erlebt haben bevor man es mit anderen teilt.

    Liebe Grüße

    Cil

    • Vita

      8 Oktober

      Hey Cil,

      danke für deinen Kommentar! Ich stelle mir genau die gleichen Fragen und ich glaube es ist wirklich am besten sein eigenes „Ding“ durchzuziehen. Diese Beiträge, die du erwähnst zielen leider immer nur auf den eigenen Vorteil und nicht auf die Gemeinschaft ab. Da hast du wirklich recht.

      Liebe Grüße,
      Vita

  15. Tabea

    16 Oktober

    Hallo, ich noch mal. Ich wollte dich nur mal fragen, ob es sein kann, dass dein Teilen-Button für Pinterest nicht ganz funktioniert?
    Ich nutze den nämlich immer, um mir deine Posts für meine Linktipps am Monatsende zu merken und hatte dieses Mal gleich zwei Mal nur das Bild auf meiner Pinnwand, aber nicht den Link zu deinem tollen Post. – Gut, dass ich noch wusste, dass die entsprechenden Beiträge von dir stammten 😉

    Liebe Grüße

  16. […] Bloggen kam als Thema natürlich mal wieder nicht zu kurz. Vita fragte sich, ob sie ein schlechter Blogger ist, weil ihr manchmal das Leben wichtiger ist als ihr Hobby. Sonja konnte mich außerdem mit ihrem […]

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