Slow Blogging Movement

Ihr habt es gemerkt, ich habe es gemerkt. Ich blogge wieder in unglaublich schrecklichen Abständen und sollte eigentlich ein schlechtes Gewissen haben, doch das habe ich nicht. Eine Weile war ich drin in der Routine. Alles hat super gepasst. Aber dann, wie aus dem Nichts, hatte ich nicht mehr die Muße.

Die Ideen stehen, aber die Zufriedenheit sinkt. Wen interessiert eigentlich, was ich hier schreibe? Was will ich wirklich mit anderen Menschen teilen? Braucht ihr den zigsten Adventskalender? Brauche ich das hundertstes Outfit? Ich weiß es nicht. An dem einen Tag, ja. An dem anderen, nein.

Eine Woche lang öffne ich den Blog nicht, aber wenn ich ihn öffne, tippe ich plötzlich drei Beiträge hintereinander. Und bin doch nicht zufrieden, wenn ich sie einige Tage später gegenlese. Große Ansagen sind mir zuwider. Wie oft verspricht man, dass man sich bessert. Doch dann liest man monatelang nichts mehr von dem Blogger.

slowblogging

Ich mag Bloggen. Ich mag es mich auszutauschen. Aber manchmal bin ich viel zu faul. So faul, dass ich nichtmal Kommentare beantworte, obwohl sie mir so viel bedeuten. Mich zum lachen, nachdenken und auch trauern bringen. Ich sollte es viel mehr wertschätzen. Aber im Alltagstrott gehen diese kleinen Momente unter.

Das Slow Blogging Movement kommt mir da gerade entgegen. Wieso nicht mit auf den Zug springen? Wieso hat heutzutage eigentlich alles einen besonderen Namen? Wenn man bloggt, wenn man nicht bloggt, wenn man Kleidung kauft, wenn man keine Kleidung kauft. Egal. Find ich toll. Man muss nicht lange erklären, dass man sich gerade in einer Quarter-Life-Crisis (auch so ein tolles neues Wort) befindet, sondern sagt kurz und knapp: Ich mach jetzt Slow Blogging. Als wäre es eine bewusste Entscheidung. Vielleicht ist es auch eine. Vielleicht aber auch nicht und man kann so tun als ob.

slow blogging

Was das für mich bedeutet? Ich blogge, wenn ich es schaffe. Ich blogge nicht, wenn ich anderes im Kopf habe. Zugegeben, ich bin gerade wieder ziemlich unzufrieden. Meine Texte sind mir nicht gut genug, meine Themen sowieso nicht und meine Bilder schon lange nicht. Schwachsinn, ich weiß. Schließlich würde ich das hier nicht machen, wenn es mir gar keinen Spaß mehr machen würde. Aber ein Leben ohne diesen Blog? Das kann ich mir gerade nicht vorstellen.

Wenn ich hin und wieder meine Meinung äußern will, dann tue ich das hier. Wenn ich glücklich bin und einfach nur meiner Freude Luft machen will, schreibe ich es hier nieder. Aber auch wenn ich traurig bin, finde ich hier einen Ort, um meine Trauer zu verarbeiten. Allein deshalb werde ich mich immer wieder melden, egal wie viel Zeit vergehen wird.


  1. Danke für diesen ehrlichen Post! Ich habe im September (sehr amateurhaft) angefangen zu bloggen und obwohl mir das Schreiben riesigen Spaß macht, habe ich auch gerade so eine Phase, in der ich mich nicht motivieren kann, mit meinem Blog allgemein unzufrieden bin und mich frage, wozu ich das eigentlich mache (denn meine Blogposts liest ja tatsächlich so gut wie niemand :’D) Aber ich hoffe, diese Phase geht auch bald wieder vorbei. Und da du ja schreibst, dass du mit deinem Blog derzeit auch unzufrieden bist: Ich habe ihn erst vor einigen Wochen entdeckt, mich seitdem durch seeehr viele Beiträge gelesen und möchte dir ehrlich sagen, dass ich absolut begeistert von deinem Blog bin. Wie du schreibst, worüber du schreibst und wie du es visuell präsentierst, gefällt mir richtig gut. Und wenn man halt mal Phasen hat, in denen man unregelmäßiger bloggt, finde ich das auch nicht schlimm, nobody is perfect. Obwohl ich mich über jeden neuen Beitrag von dir sehr freue 🙂
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!

  2. Alison

    3 Dezember

    Danke für deinen Beitrag. Und ich dachte schon, ich bin eine der wenigen, die so denkt. Slow Blogging ist eine gute Bezeichnung um einfach mal wieder aus dem Herzen und dem Bauch zu bloggen und nicht nachzudenken, was denn gerade angesagt ist und was Mehrwert bietet. Oh wie ich dachte ich würde es hinbekommen einen Blog zu führen, der wirklich Mehrwert bietet. Von dem Gedanken habe ich mich nun gelöst und blogge dann und über das, was ich toll finde. Dieser ganze gequälter Mehrwert Kack hat mir keinen Spaß gebracht. Das hat man sehr gut daran gesehen, dass nur einmal im Monat etwas online kam. Einmal im Monat.. das ist schon echt traurig, wenn man bedenkt wie gerne ich doch blogge. Unzufrieden bin ich auch, aber das bin ich immer. Vielleicht akzeptieren wir das und bloggen einfach. Auch wenn den ich Satz ganz furchtbar finde stimmt er sehr.. „Einfach machen“.

  3. Tabea

    3 Dezember

    Ganz ehrlich: Mir fällt es meist kaum auf, wenn ein Blogger mal ein paar Tage Pause macht. Solange die Posts, die dann zwischen den Ruhezeiten kommen, mir gefallen, warte ich auch gern mal ein wenig auf etwas Neues 🙂 Und bei dir ist das einfach so!

    Also einen Adventskalender braucht es sicher nicht auf jedem Blog – ich bin da eher ein Fan von welchen, die sich auf mehreren Blogs verteilen… aber mit den Outfits sehe ich das z.B. wie du: wenn man Lust drauf hat, dass kann man das verbloggen, und wenn nicht, dann lässt man es halt.

    Versprechen von mehr Regelmäßigkeit finde ich daher auch immer problematisch… und ich selbst nehme mir lieber vor, mich besser zu organisieren und lege dann ohne zusätzliche Ankündigung los. Die Leser merken ja von selbst, wenn man aktiver wird, und müssen nicht extra „vorgewarnt“ werden.

    Das Problem mit den Kommentaren habe ich auch – ich liebe sie, aber manchmal bin ich zu faul, eine Antwort zu tippen und schiebe es tagelang vor mir her 🙁

    Deine Einstellung zum Bloggen finde ich aber super! So will ich das auch handhaben – wenn ich Lust habe Schreiben und sonst nicht. Denn ohne Blog könnte ich gerade auch nicht Leben, aber neben der Hochschule ist es doch manchmal einfach zu viel. Also: Weiter so, Vita! Egal, wie regelmäßig.

    Liebe Grüße

  4. Jana

    3 Dezember

    Über das Gegenteil, also das Fast Blogging, habe ich selbst vor ein paar Monaten geschrieben:
    http://worteplustaten.de/fast-blogging-content-ueber-qualitaet
    Dabei hab ich mir ähnliche Gedanken gemacht wie du. Vieles ist einfach zu belanglos und manchmal setzt man sich selbst viel zu sehr unter Druck.
    Schön, dass du es ähnlich siehst und dir einen neuen Vorsatz gesetzt hast 🙂

  5. Carolin

    4 Dezember

    Ich habe manchmal auch so meine Phasen und frage mich, was mir das alles bringt und ob ich es wirklich brauche. Slow Blogging finde ich deswegen gut und werde mir nach Weihnachten auch ein paar freie Tage gönnen. 😀 Ich liebe deine Posts. Egal wie oft du also bloggst, ich lese sie alle! 🙂

  6. hach ja, i feel you. ich bin aber zehn mal schlimmer als du hahaha. ich blogge dann für monate nicht 🙂 so wie gerade. ich will entweder viel und gut oder gar nicht bloggen, jaja.

    ich werde dich jedenfalls nicht entfolgen nur weil es unregelmäßig ist 🙂 also lass dir zeit und verlier nicht den spaß! xx

    liebe grüße, jacki

  7. Monique

    4 Dezember

    Hi,
    ich kann dich voll verstehen – vor allem auch das Hinterfragen.
    Wenn ein Beitrag einmal nicht in regelmäßigen Abständen kommt, dann ist es eben so.;)
    Nicht aufgeben! Mach so weiter, wie du es für richtig hälst:)
    LG, Monique

  8. Anna

    4 Dezember

    Oh du sprichst mir ja so aus der Seele.
    Manchmal hat man große Zweifel an dem was man niederschreibt, denkt nur daran was andere Menschen darüber denken bzw. kritisieren könnten. Man fühlt sich unwohl und würde am Liebsten alle Beiträge wieder ausraddieren.
    So ganz ohne Blog möchte ich trotzdem nicht mehr – egal wie viele Menschen meinen Blog lesen, egal ob es sie interessiert oder nicht. Ich habe gelernt für mich zu schreiben und die Meinung der Anderen über meine Gedanken mal ganz außen vor zu lassen…
    Liebste Grüße und ganz viel Kraft für die Zukunft 🙂

  9. bknicole

    4 Dezember

    Ich bin ja der Meinung, man sollte nur dann bloggen, wenn es einem Spaß macht und sobald es dann eher Last wird eine Pause einlegen. Niemand hat ja gesagt, dass man jeden Tag einen Beitrag veröffentlichen muss, das schaffe ich auch nicht und das finde ich auch übertrieben. Man hat ja auch noch ein Privatleben und manchmal da findet man einfach keine Zeit zum bloggen oder hat auch einfach keine Lust. Finde ich nichts Schlimmes dran, einfach dann zu schreiben, wenn es einen in den Fingern juckt und man etwas veröffentlichen möchte. Somit kann ich dich da sehr verstehen. Was das Hinterfragen anbelangt, so geht es mir gerade auch. Ich habe angefangen über ein paar Themen nachzudenken und ob ich sie überhaupt noch auf meinem Blog großartig behandeln möchte, aber am Ende denke ich mir dann, dass ich einfach darüber schreibe, auf das ich selbst gerade Lust habe und das mir Spaß macht, egal ob die Welt das nun wirklich bräuchte oder nicht. Es ist am Ende ja mein Blog und mein Ventil, um Dinge loszuwerden oder mich kreativ auszuleben.

  10. Melanie

    5 Dezember

    Deine Zweifel kann ich gar nicht nachvollziehen. Ich schaue so gerne bei dir vorbei und nehme dich auch manchmal als Blogbeispiel. Ich mag deine Texte und deine Bilder. Ich mag, dass das hier kein klassischer Modeblog ist. Ich mag deinen Schreibstil. Verlier‘ bloß nicht den Mut und mach lieber dieses Slow Blogging. Denn ich würde deine Beiträge wirklich sehr vermissen.
    Aber ich verstehe das. Manchmal denke ich mir, ich müsste einfach etwas schreiben um einen Post veröffentlichen zu können. Am Ende mach ich es aber doch nicht, weil ich mir denke, dass es ja dann gar keine Mehrwert bringt und gar nicht gut wäre. Dass ich selbst nicht zufrieden wäre mit dem Post. Und dann denke ich mir aber, wenn kaum etwas kommt, dann schaut ja auch keiner mehr auf meine Blog. Ach, manchmal weiß ich auch nicht.
    Wobei ich mir vorgenommen habe in eine etwas andere Richtung zu gehen. Zu lange habe ich am Fashionblogger dasein geklammert. Etwas das ich gar nicht bin. Und jetzt, habe ich etwas gefunden, dass mir so viel Spaß bringt. Und das möchte ich gerne mehr in meinen Blog einbringen.

  11. Andrea

    5 Dezember

    Sehr toller Post! Ich plane für nächstes Jahr meinen Relaunch und habe zur Zeit auch eine kleine Krise..muss mich manschmal zwingen einfach mal nichts zu bloggen damit die Qualität gut bleibt… sehr schwieriges und spannendes Thema..

  12. Yvi

    5 Dezember

    Ganz toller Post !
    Ich finde gut das du so ehrlich bist und ich glaube du sprichst hier ganz vielen aus der Seele.
    Mir geht es ganz ganz oft so wie dir. Dann habe ich diese Momente in denen ich alles infrage stelle.
    Liebe Grüße Yvonne
    http://www.yvilovesfashion.de

  13. Shelly

    21 Januar

    Ich habe wirklich jedes Wort gefühlt das du geschrieben hast. Wirklich ein ganz großartiger Beitrag!

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