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Intermedia: Irgendwas mit Medien? – Mein Stu...

Intermedia: Irgendwas mit Medien? – Mein Studiengang

Viel zu lange habe ich diesen Beitrag vor mir her geschoben. Wieso? Weil ich genau weiß, dass ich ausufern werde und ihn nicht kurz fassen kann. Heute soll sich alles um meinen Studiengang drehen. Wie ich ihn gefunden habe, was ich erwartet habe und was letztendlich wirklich Inhalte des Studiengangs sind. Aber was studiere ich denn jetzt eigentlich? Ich habe den Beitrag so gestaffelt, dass er vom Allgemeinen immer mehr ins Detail geht. Wer es also genau wissen will, liest bis zum Ende, und sonst kann man die wichtigsten Sachen überfliegen. Ganz am Ende findet ihr noch meinen Studienverlauf als Beispiel. Die Bilder bzw. Videos sind Teile einiger praktischer Projekte, welche ich in den letzten zwei Jahren gemacht habe.

B. A. Intermedia

Wie der Name schon verrät, dürfte der Studiengang etwas mit Medien zu tun haben. Im Prinzip kann man sagen, dass man in diesem Studiengang Einblicke in verschiedene Medienbereiche wie Medienpädagogik, Medienpsychologie, aber auch Medienästhetik, Medienkultur und Kunst erhält. Das mag sich jetzt entweder ganz toll anhören oder man denkt sich: Wie soll man da tatsächlich Inhalte vertiefen, wenn man überall nur reinschnuppert? Berechtigte Frage!

Teil eines Fotoprojekts zur Biennale Venedig

Teil eines Fotoprojekts zur Biennale Venedig

Der Studienaufbau

Zuerst beginnt man mit den Basismodulen, sprich dem Einstieg ins Studium. Grundsätzlicher Stoff wird einem in diesen Modulen vermittelt, weshalb noch relativ viele Vorlesungen stattfinden. Mit der Zeit werden es aber immer weniger Vorlesungen und immer mehr Seminare, in denen man praktisch arbeiten kann. Anschließend schreibt man entweder eine Hausarbeit oder Klausur oder macht ein praktisches Projekt, um das Modul abzuschließen (hierfür bekommt man dann auch eine Note).

Tatsächlich setzen sich die meisten Abschlussnoten aus praktischen Projekten zusammen. Also Projekten, die sich entweder künstlerisch oder medial mit einem Thema auseinandersetzen. Ganz am Ende des Posts findet ihr auch eine Auflistung meines Studienverlaufs, damit ihr ein konkretes Beispiel vor Augen habt.

Intermedia

Teil eines Gruppenprojekts

Bei mir sieht es derzeit so aus, dass ich benotete Klausuren in zwei Bereichen schreibe, Hausarbeiten in vier und insgesamt fünf praktische Prüfungen habe, woraus sich später meine Note zusammensetzt. Zum Schluss kommt dann natürlich die Bachelor-Arbeit, die bei uns auch praktisch orientiert sein kann (aber natürlich muss man noch ein paar Seiten Text dazu verfassen – ganz ohne geht’s eben doch nicht).

Meine Erwartungen

Als ich mich für den Studiengang B.A. Intermedia eingeschrieben habe, habe ich zugegebenerweise nicht viel darüber nachgedacht, was mich denn wirklich erwarten wird. Als ich dann das erste Mal Module und Seminare gewählt habe, war ich etwas überrascht, dass Medienpädagogik doch einen recht großen Teil im Studium einnimmt. Da ich in der Schule kein Pädagogik hatte, wusste ich nicht recht, wie ich damit umgehen soll, bin aber zum Glück positiv überrascht worden .

Teil des Projekts „Always on the Run“

Auch wenn sich der Studiengang auf den ersten Blick so liest, als wäre er eine Art Flickenteppich, so stimmt das nicht. Denn wo man anfangs noch keine Verbindungen zwischen den verschiedenen Bereichen sieht, weiß man spätestens in seinen Projekten, wie man kulturwissenschaftliche Themen oder qualitative Forschungen mit Kunst verbinden kann.

Kunst spielt insgesamt eine wichtige Rolle in meinem Studium, da wir selber kleine bis große Projekte innerhalb und auch außerhalb der Seminare für Modulabschlussprüfungen auf die Beine stellen müssen. Dies können Kurzfilme, Fotoreihen, experimentelle Videos oder auch ganz andere Dinge sein. Was genau wir produzieren, bleibt meist ganz uns selbst überlassen.

Wie bin ich auf den Studiengang gekommen?

Wenn ich ganz weit zurückblicke, weiß ich noch ziemlich genau, dass ich eigentlich Wirtschaftsingenieurwesen studieren wollte oder etwas anderes Technisches. Aber im letzten Moment habe ich mich dann doch für die Medien entschieden, weil man Herz genau dafür geschlagen hat. Intermedia habe ich per Zufall im Netz gefunden und erst habe ich direkt weitergeklickt, weil ich es nicht zuordnen konnte und nicht wusste, was genau ich damit anfangen soll.

Ich habe mich dann für Studiengänge wie Medieninformatik, Medienkulturwissenschaft, Kommunikationsdesign usw. beworben und Intermedia dann auch noch mit in den Topf geschmissen. Während ich dann auf die Ergebnisse gewartet habe, habe ich mich immer mehr für den Studiengang interessiert und mir die Themen mehr und mehr angeschaut.

Als dann die Zusagen per Mail hereinkamen und ich mich bei Intermedia am meisten gefreut habe,  wusste ich bereits, dass die Reise für mich nach Köln geht. Der Studiengang selbst wird an der humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln gelehrt. Das heißt: Keine hohen Kosten, wenn man etwas mit Medien studieren möchte, aber dennoch Praxisnähe, die in anderen Studiengängen nicht immer gegeben sind.

Studienaufwand

Wie man vielleicht schon herauslesen kann, ist Praxis ein großer Bestandteil in meinem Studiengang. Dass heißt also, dass ich nicht ganz so viele Klausuren schreiben muss und wenn doch, meistens „nur“ bestehen muss. Deshalb ist der Arbeitsaufwand etwas anders als bei den meisten Studiengängen. Wissen erlange ich durch Try and Error, nicht durch starres Auswendiglernen. Deshalb kommt es mir häufig so vor, als hätte ich mehr Freizeit als andere Studenten. Meistens hat man 2-3mal die Woche Uni und hält zum Abschluss eines Seminars ein Referat oder macht ein Projekt.

Teil des Archivprojekts mit über 300 Bildern "Silent Communication"

Teil des Archivprojekts mit über 300 Bildern „Silent Communication“

Insgesamt ist der Workflow für mich gut machbar gewesen, weshalb ich schon etwas weiter im Studium bin, als ich es eigentlich sein müsste (und damit bin ich nicht die Einzige!). Daraus ergibt sich, dass ich im letzten Jahr, in welchem ich studiere nur noch zwei Seminare belegen und die Bachelor-Arbeit schreiben muss. Verkürzen kann man den Studiengang (noch?) nicht, weil die beiden Seminare aufeinander aufbauen und nicht gleichzeitig belegt werden können. Dennoch kann man in der Zeit gut jobben oder Praktika machen.

Mindestens ein Praktikum ist zudem Pflicht. Dieses muss entweder 3 Monate Vollzeit geleistet werden oder aber man entscheidet sich für Teilzeit oder splittet das Praktikum einmal in zwei, sodass man zweimal 1,5 Monate arbeitet. Und wenn man doch zu viel Zeit haben sollte, belegt man einfach ein paar andere Seminare (teilweise finde ich alles so spannend, dass ich mich nicht entscheiden kann, welches Seminar ich belegen soll). Dieses Semester belege ich beispielsweise freiwillig ein Fotoseminar.

Teil einer Fotoserie über Abdrücke auf dem Körper

Teil einer Fotoserie über Abdrücke auf dem Körper

Möglichkeiten und Zukunftsaussichten

Mein Studiengang bietet mir die gleichen Möglichkeiten wie die meisten geisteswissenschaftlichen Studiengänge. Ich selbst muss darüber entscheiden, wo ich meinen Schwerpunkt legen möchte. Will ich mehr in die PR-Richtung? Dann sollte ich noch zusätzliche Seminare im Studium Integrale (hier kannst du in andere Bereiche reinschnuppern, die nichts mit deinem Studiengang zu tun haben) belegen. Möchte ich mich im Schreiben verbessern oder noch eine Sprache lernen, weil es sich später in meinem Beruf eignet? Auch da sollte ich dann noch zusätzliche Seminare belegen.

Intermedia bietet einem je nach Schwerpunkt viele Möglichkeiten. Aber was man auf keinen Fall vergessen sollte: Es zählt nicht nur der Studiengang! Wo habe ich nebenbei gejobbt? Welche Kontakte habe ich? Was habe ich in meiner Freizeit gemacht? Bloggen macht sich beispielsweise immer ganz gut. Aber auch eigenständige Videoproduktionen (YouTube und Co.) oder Kurzgeschichten auf deinem PC können dir helfen später einen Job zu finden.

Teil der Präsentation einer MAP

Teil der Präsentation einer MAP

Zum Beispiel hatten wir im Rahmen eines Seminars eine Ausstellung mit dem Parsons Institute in New York und bei meinem letzten Bewerbungsgespräch habe ich davon erzählt. Mein Gegenüber meinte, dass ich sowas direkt im Lebenslauf erwähnen sollte, weil das eben ein besonderes Highlight ist. Und genau solche Highlights sind unter anderem mit Intermedia zu bewältigen. Weil zeitgenössische Kunst ein wichtiger Aspekt im Studium ist, werden regelmäßig Seminare angeboten, bei denen man zu verschiedenen Biennalen kann oder eben auch eigene Ausstellungen plant.

Was ich genau mit meinem Studium anfangen will, weiß ich noch nicht zu 100%. Einige Tendenzen werden schon sichtbar, während andere Optionen immer mehr in den Hintergrund geraten. Allerdings möchte ich mich noch nicht allzu sehr festlegen, sondern mit der Zeit (gut, noch ein Jahr ist übrig) herausfinden, was ich wirklich möchte.

Foto von der Performance zur Portfolio-Prüfung

Foto von der Performance zur Portfolio-Prüfung

Ein Überblick über meinen Studienverlauf

Ich finde es immer schwierig zu sagen, was genau denn Inhalte eines Studiengangs sind. Denn jeder kann sich seine Seminare so aussuchen, wie er mag, sodass mein Studienverlauf komplett anders aussieht als so mancher eines Kommilitonen. Bei den Basismodulen (also dem Einstieg) mögen die Vorlesungen (VL) und Seminare noch halbwegs übereinstimmen, aber spätestens, wenn man sich vertieft, hat jeder andere Vorstellungen davon, welche Seminare er gerne belegen möchte. Hier also einmal mein Studienverlauf mit einem Schwerpunkt auf dem künstlerischen Bereich. Damit du die Tabellen größer siehst, einfach draufklicken.

intermedia studienverlauf

Während die Basismodue bei allen gleich aussehen, kann es sein, dass man einen der Schwerpunkte durch Schwerpunkt 4 ersetzt, welcher sich mit der auditiven Komponente auseinander. Dadurch entsteht dann eine Kombination aus Schwerpunkten, die man sich selbst zusammensetzen kann. Sprich: Man muss einfach 3 von 4 Schwerpunkten auswählen. Bei mir sind es die ersten drei geworden. intermedia studienverlauf

Fazit

Selbstverständlich ist das hier eine rein subjektive Meinung, auch wenn ich versucht habe, viele Aspekte objektiv zu betrachten. Dennoch mag ich meinen Studiengang wirklich und kann ihn nur empfehlen. Da es ihn erst seit dem Wintersemester 13/14 gibt, war er anfangs noch etwas unstrukturiert, aber mittlerweile hält sich das wirklich in Grenzen. Auslandssemester sind nicht vorgesehen, dennoch kann man eins machen, wenn man Lust darauf hat (was auch genug Leute bei uns machen). Wer mit Kunst oder Pädagogik so gar nichts anfangen kann, der sollte vielleicht nicht unbedingt Intermedia studieren. Beide Bereiche nehmen einen relativ großen Teil des Studiums ein, weshalb es schwierig ist, sich dann durchzubeißen. Psychologie hingegen kommt da etwas kürzer.


Wer jetzt noch nicht genug gelesen hat, der findet hier noch mehr Infos zum Studiengang. Außerdem bin ich auch Teil der Fachschaft Intermedia, sodass ihr euch bei Fragen so oder so gerne an mich wenden könnt!

Was sagt ihr zu meinem Studiengang? Wäre Intermedia eine Option für euch? Was studiert ihr oder in welchem Bereich arbeitet ihr?


Vita schreibt über ihre Erfahrungen und Erlebnisse als junge Frau. Sie erzählt seit 2012 von ihren Lieblingsmomenten, Wünschen und Rückschlägen. Der Blog "Vita Corio" ist ein persönlicher Lifestyle Blog, welcher Vita über all die Jahre hinweg begleitet.

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  1. Carolin

    14 Juli

    Super toller Beitrag und mega informativ, danke dafür! Dein Studium klingt wirklich interessant und ziemlich umfangreich. Der Kunstteil und die kreativen Projekte klingt besonders spannend. Zudem finde ich die Praxisbezogenheit des Studiengangs vielversprechend. :) Ich bin mir nur nicht sicher, ob Pädagogik etwas für mich wäre. Was lernt ihr da genau?

    • Vita

      17 Juli

      Danke dir! Also im Grunde ist es Medienpädagogik, sprich immer im Zusammenhang mit Medienumgang. Dort lernen wir in den Vorlesungen erstmal Grundlagen wie Begriffe, was Medienkompetenz, Identität usw. ist. Dann gibt es noch die Vorlesung Mediendidaktik, wo das Lernen/Lehren mit Medien behandelt wird. Dort fängt man dann auch erstmal mit Grundlagen an, wie man eigentlich lernt und geht dann immer mehr in die Tiefe. War für mich wie gesagt wirklich besser als erwartet. Und die Seminare sind dann teilweise den Medienpädagogik-Modulen zugeordnet, aber da hatte ich auch schon ein Dreharbeiten-Seminar, wo Pädagogik keine Rolle gespielt hat :)

  2. Tabea

    14 Juli

    Von dem Studiengang habe ich bisher noch nichts gehört und ich glaube, er wäre auch nichts für mich… ich bin kein Mensch für Pädagogik und hasse kreative Aufgaben, weil mir da meist entweder die Idee oder das Können fehlt – da wird nie etwas so, dass ich zufrieden bin.
    Daher bin ich froh, dass ich meinen Platz im Maschinenbau habe, womit ich dann diesen Sommer beginne :) Einer meiner Freundinnen werde ich den Post hier aber mal zeigen, die mag nämlich Kunst total gerne und vielleicht wäre es ja was für sie.

    Liebe Grüße

    • Vita

      17 Juli

      Jeder hat ja andere Talente und ich hoffe, dass Maschinenbau dann das Richtige für dich ist :) Ich hätte auch nicht gedacht, dass Ich Pädagogik doch ganz gut finde, aber man kann sich ja auch mal täuschen :D
      Liebe Grüße,
      Vita

  3. Interessant! Das klingt für mich sehr nach dem, was ich über Medientechnik an der FH Düsseldorf gehört habe: viele eigentlich interessante Themen werden abgeschnitten, aber nichts ausreichend vertieft. Selbst die wenigen Spezialisierungen reichen nicht aus. Ähnliches habe ich auch über Medienmanagement gehört.

  4. Ohhh das hört sich mega gut an und würde mich auch irgendwie reizen! Schade, dass es sowas nicht bei uns in Freiburg gibt :(

  5. Lia

    26 Januar

    Das war der Artikel, der mich vor einigen Wochen auf dich aufmerksam machte :) Der einzige Artikel, der einen richtigen Einblick in diesen echt interessanten, aber doch kontroversen Studiengang gewährt. Ich spiele schon lange mit dem Gedanken, nach meiner Ausbildung diesen Studiengang zu belegen, weil er echt einzigartig ist und perfekt für die Art von Menschen, die sich recht viele Wege offen lassen wollen bzw. viele Interessen haben und diese nicht einschränken wollen. Vielen Dank für diesen informativen Beitrag!

    Liebe Grüße
    Lia

  6. Lia

    26 Januar

    Ich vergaß zu fragen: Wie sieht es denn mit dem Auslandssemester aus? Ist das in dem Studiengang zu empfehlen bzw. machen es viele Intermedia-Studenten?

    Liebe Grüße
    Lia

    • Vita

      26 Januar

      Liebe Lia,

      danke für den lieben Kommentar! :)
      Es machen einige von uns ein Auslandssemester, das ist gar kein Problem! Vermutlich wird man dann nicht in Regelstudienzeit fertig, aber das sollte kein Grund sein, nicht ins Ausland zu gehen!

      Liebe Grüße,
      Vita

  7. Lea

    2 November

    Hey:)
    Ich bin gerade auf deinen Blogpost gestoßen! Ich finde es echt interessant, persoenliche Erfahrungen/Informationen zu lesen, anstatt wine Zusammenfassung bel Wikipedia!
    Mich interessiert der Studiengang sehr. Allerdings hast du mich mit dem kuenstlerischen jetzt bisschen abgeschreckt.. was genau beinhaltet das kuenstlerische denn? Einen Blog designen und einen Foto Hintergrund zu dekorieren unterscheidet sich fuer mich schon von Zeichnen sum Beispiel..

    • Vita

      3 November

      Hey Lea,
      mit dem künstlerischen Anteil meine ich mediale Kunst. Also z.B. Fotografieren oder Videos drehen und schneiden. Wenn man natürlich das Talent fürs Zeichnen oder Skulpturen basteln hat, kann man das natürlich auch im künstlerischen Bereich verwenden, aber das wird auf keinen Fall erwartet. Auch eine Webseite oder ein Gamedesign kann im künstlerischen Bereich entworfen werden :) Es ist also alles offen.

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